74336 Brackenheim-Meimsheim:
evang. Martinskirche (1455)

Foto: Gemeinde Foto: Bachmann
Foto: GemeindeFoto: Bachmann
AdresseDürrenzimmerner Str. 2, 74336 Brackenheim < Kreis: Heilbronn < BLand: Baden-Württemberg < Deutschland
Geo-Lage (Karte s.u.): 49.069, 9.088 / 49° 4' 8" N, 9° 5' 15" O
kirchlichMeimsheim < Bezirk Brackenheim < Landeskirche Württemberg
KontaktGemeindeadresse:
Evang. Pfarramt Meimsheim, Robert-Moser-Str. 12, 74336 Brackenheim, Tel. 07135 8450, Fax 07135 937529, Homepage www.ev-kirche-meimsheim.de
ÖffnungÖffungszeiten: Ostersonntag - Reformationsfest jeden Tag von 10.00 Uhr - 19.00 Uhr • Signet »verlässlich geöffnete Kirche«seit 2012
Gottesdienstliche Angebote: Gottesdienst Sonntag 10.00 Uhr
Beschreibung:
Unsere Kirche steht auf geschichtsträchtigem Boden. Trümmer eines Gutshofs aus der Römerzeit, darunter zwei behauene Steine mit lateinischen Inschriften, gehörten zum Baumaterial einer Feldkirche, die fränkische Siedler um 750 n. Chr. errichtet hatten.
In Abtretungsdokumenten aus den Jahren 1188 an den Bischof von Speyer findet sich die erste urkundliche Erwähnung unserer Martinskirche, die bis ins 15. Jahrhundert Mutterkirche der Filialen Brackenheim, Dürrenzimmern, Cleebronn, Hausen und Neipperg war.
Der ersten wahrscheinlich romanischen Kirche folgte im Jahr 1455 ein spätgotischer Bau, von dem heute noch der Turm, der Chorraum und die alte Sakristei an der Nordseite erhalten sind. Eine zweite Sakristei wurde 1515 an der Südseite angebaut. 1676 ist eine Renovierung des Chorraums dokumentiert und 1714 ein Abriss und Wiederaufbau des Kirchenschiffs mit Empore. Weitere umfassende Erneuerungen erfolgten in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. 1953 wurde die Orgelempore vor dem Chorraum entfernt und eine neue Orgel auf der Westempore installiert. 1954 und 1963 stifteten großzügige Spender die drei nach biblischen Erzählungen eindrucksvoll gestalteten Buntglasfenster für den Chorraum.
Im Kirchenschiff kamen bei der letzten großen Innen- und Außenrenovierung 1976 unter dem Putz Renaissancemalereien ans Licht, aber nur wenige konnten restauriert werden. Zwei gotische Weihekreuze und eine Christusfigur gehören neben dem stilvoll verzierten Tonnengewölbe zu den kunsthistorischen Kostbarkeiten. Selbst die schlicht gemalten Bildtafeln an der Brüstung der Empore aus dem 18. Jahrhundert sind bereits denkmalswüdig.
Auch der Chorraum offenbarte nach dieser Renovation seine ursprüngliche Schönheit. Die Natursteine des Rippengewölbes sind seither freigelegt wie auch die spätgotischen ornamentalen Malereien. Das Kruzifix aus Holz, ein Werk der Spätrenaissance, erhielt einen neuen Farbauftrag und wurde von der Hinterwand auf den Altar versetzt.
Die alte und die neue Sakristei sind nur geführt zu besichtigen. Wissenswert ist jedoch, dass die alte Sakristei ursprünglich wohl eine eigenständige Kapelle war, deren frühe Bauzeit ein romanisches Kapitel bezeugt. Dieses wurde 1912 zusammen mit den oben genannten Römersteinen (Kopien in der neuen Sakristei) an das Stuttgarter Landesmuseum übergeben.
Nach einem am 31. Oktober 1995 verübten Brandanschlag musste der gesamte Innenraum der Kirche renoviert werden. Dabei wurde auch die zweimanualige Orgel aus dem Jahr 1955 gründlich überholt und technisch auf einen kirchenmusikalisch erfreulichen Stand gebracht.
Beim Blick auf die Orgelempore wird das ovale Buntglasfenster des Westgiebels sichtbar. Dargestellt ist der mildtätige Sankt Martin als Namenspatron unser Gotteshauses.
Wenn Sie sich nach dem Aufenthalt in der Kirche noch zu einem Rundgang um die Kirche in Richtung Osten entschließen, lohnt es sich die kunstvollen Grabmale der alteingesessenen Familie Amos zu betrachten und bei dem Gedenkstein der Pfarrfrau »Rahel« Renz die interessante und bewegende Inschrift zu entziffern.
Bevor sie den Kirchhof verlassen, schauen Sie noch einmal zurück auf den massiven acht¬eckig aufgeführten Turm, dessen Spitze nach einer notwendigen Turm- und Glockenstuhlsanierung seit 2010 wieder ein goldener Hahn krönt. Vielleicht ist es gerade 11 oder 15 oder 18 Uhr an einem Werktag, dann hören Sie eine der vier Glocken läuten. Am Sonntag um 10 Uhr lädt dann das gesamte Geläut zum Gottesdienst ein.
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